Polyvagal-Theorie
Stephen Porges
Entwickelt von Stephen W. Porges · 1994
Hintergrund & Ursprung
Stephen Porges entwickelte die Polyvagal-Theorie 1994, um das Verhalten des autonomen Nervensystems zu erklären. Er identifizierte drei hierarchische Zustände: ventral-vagal (Sicherheit, Verbindung), sympathisch (Kampf/Flucht) und dorsal-vagal (Erstarren, Zusammenbruch). Die Theorie erklärt, warum Trauma-Überlebende oft 'feststecken' und wie Sicherheit — nicht Entspannung — der Schlüssel zur Heilung ist.
Wirkungsmechanismus
Das Neuroception-System scannt ständig die Umgebung nach Sicherheit oder Gefahr — oft unterhalb des Bewusstseins. Wenn das System Gefahr 'sieht', schaltet es auf Sympathikus (Aktivierung) oder Dorsal-Vagal (Shutdown) um. Co-Regulation mit sicheren Menschen ist der primäre Weg zurück in den ventral-vagalen Zustand.
Praktische Übungen
Vagus-Aktivierung: Summton
Atme tief ein. Beim Ausatmen: summe einen langen 'Mmmm'-Ton. Der Vagusnerv verläuft durch den Kehlkopf — Vibrationen aktivieren ihn direkt. Drei bis fünf Wiederholungen beruhigen das Nervensystem messbar.
Physiologisches Seufzen
Zwei kurze Einatemzüge durch die Nase, dann langer Ausatem durch den Mund. Dieser Atemtyp findet sich natürlich nach emotionalem Stress und ist der schnellste Weg, CO₂ abzubauen und das Nervensystem zu regulieren.
Neuroception-Check
Stoppe und frage: 'Bin ich gerade in Sicherheit, Kampf/Flucht oder Shutdown?' Beschreibe körperliche Signale (Herzrate, Muskelspannung, Atem). Dieses Bewusstsein ist der erste Schritt zur Regulation.
Wissenschaftliche Quellen
- Porges, S. W. (2011). The Polyvagal Theory: Neurophysiological Foundations of Emotions, Attachment, Communication, and Self-regulation. Norton & Company.
- Dana, D. (2018). The Polyvagal Theory in Therapy. Norton & Company.
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